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Wolkiger Arbeitsplatz: Desktop as a Service

Wieso muss man eigentlich als stolzer Besitzer eines PCs, Macs, Notebooks oder Macbooks dauernd irgendetwas installieren, updaten, patchen oder sichern? Liebe Herren Gates, Ballmer, Jobs und Konsorten: Allmählich nervt das!

Ich fürchte, in naher Zukunft updaten und patchen wir nur noch. Arbeit und Hobby können ja dann warten. Das muss doch einfacher gehen, oder?

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Zugegeben: Die Anbieter aus den Dunstkreisen von Microsoft und Apple bemühen sich redlich, dem Anwender hier Arbeit abzunehmen: Da gibt es Update-Services, automatische Patch-Suche, im Hintergrund geladene Anti-Virus-Patterns, Software für kontinuierliche Backups etc. pp.

Und dennoch – oder vielleicht gerade deshalb – hat man oft den Eindruck: Man kann bald einen Rechner nicht mehr starten, ohne erst mal auf einen Installations-Laufbalken mit dem Elan einer komatösen Schnecke zu blicken. Und man kann einen PC kaum mehr herunterfahren, ohne dass es heißt: “Bitte nicht ausschalten. Installiert Update 1 von 10″ (oder so ähnlich – ich schau schon gar nicht mehr hin).

Ansätze, die Desktop- (oder natürlich auch die Laptop-) Nutzung zu vereinfachen, waren ein wichtiges Thema auf dem LANline-Event zur Desktop-Virtualisierung, das ich am 28. April in Düsseldorf moderiert habe. Besonders interessant war dabei die Gegenüberstellung der verschiedenen Ansätze, das Prinzip Client-Rechner zu verschlanken.

Da ist einerseits das zentralisierte Client-Computing, das unter dem Namen Desktop-Virtualisierung oder VDI (Virtual Desktop Infrastructure) in Unternehmen die Verwaltung der Client-Betriebssysteme, Applikationen, Settings und Daten ins Rechenzentrum packen soll. Die Anwender greifen dann übers LAN (die ganz Harten auch übers WAN) auf ihre Desktops zu. Installation, Update, Patching, Backup – das alles findet dann im RZ statt, wo es schließlich auch hingehört.

Andererseits ist da die Idee, den Desktop gleich ganz auszulagern und – Stichwort Cloud Computing – “in die Wolke” zu kippen. Der Desktop ist dann nur noch ein Dienst, den ein Cloud-Provider bereitstellt, weshalb das Konzept auch “Desktop as a Service” oder kurz DaaS heißt. Dieser Ansatz ist natürlich derzeit noch mit einem ganzen Rudel von Problemen behaftet: die Zuverlässigkeit der Anbindung, Latenz beim Fernzugriff, Datensicherheit und Hochverfügbarkeit fallen einem spontan ein. Und was ist, wenn der Cloud-Provider pleite geht? Das kann dann böse ins umwölkte Auge gehen.

Aber schön wär’s schon. Bei den Mobiltelefonen geht’s ja schließlich auch. Und zwar genau so, wie hier für DaaS beschrieben – oder wissen Sie, wo die Anrufdaten Ihres Handy-Anrufbeantworter liegen? Irgendwo in einer Wolke, oder?

Je stärker sich mobiles Computing verbreitet und damit Desktop und Mobiltelefon zusammenwachsen, desto mehr dürfte sich auch die Desktop-Nutzung in die Cloud verschieben. Das wird einige Probleme lösen, und es wird neue Probleme schaffen. Aber es sehr spannend sein, diese Entwicklung zu beobachten. Zumindest spannender, als einem Laufbalken mit der Dynamik einer Kontinentalverschiebung bei der Pilgerreise ans rechte Ende seines Laufbalkenlebens zuzuschauen.

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