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Bricked – mein Tag im Kaspersky-Theater

Tri-tra-trullala – seid ihr alle wieder da? – „Jaaaa!“ – Das ist fein. Das Kasperle hat euch heute eine besonders schaurige Geschichte mitgebracht. Wollt ihr sie hören? – „Jaaaa!“ – Also: Das Kasperle hat sich kürzlich ein Äppel KasperBook Air gekauft, da war ein Löwe drauf, und viele andere Tiere hat das Kasperle noch mit dazugepackt: einen Feuerfuchs, einen Donnervogel, ein Deck voller Tweet-Vögelchen, einen ganzen Zoo weiterer Tiere und sogar den kleinen Drachen Grisu. Nun hat das Kasperle jahrelang so Computer mit Fenstern genutzt, durch die alle möglichen Viren reinfliegen konnten, und drum wollte er auf dem KasperBook ein Anti-Viren-Krokodil haben. „Kein Problem“, hat da das russische Kasperle gesagt. Wisst ihr, was Kasperle auf Russisch heißt? – „Kaas-perrr-skyyy!“ – Richtig! Also, das russische Kasperle hat gesagt: „Kein Problem, nimm einfach mein Kaspersky-Krokodil, das versteht sich gut mit dem Löwen.“

Nun hat das Kasperle aber ein Problem: Morgens, so ganz ohne Kaffee, ist es noch gar kein richtiges Kasperle. Ja, es hat sogar ein T-Shirt mit der Aufschrift: „Instant Casper – just add coffee“. Jetzt hat das Kasperle einen blöden Fehler gemacht: Es hat morgens im Halbschlaf statt des neuesten Krokodils ein älteres Krokodil aus dem Internet geholt. Und das hat es dann blöderweise zu den anderen Tieren reingelassen.

Dieses böse, alte, gemeine Kaspersky-Krokodil hat erst mal ganz brav getan, aber dann hat es ganz fest in den Löwen reingebissen und zwischen seinen spitzen Zähnen durch gezischt: „Rechner neu starten!“ Das hat das Kasperle gemacht, aber sofort hat das Kaspersky-Krokodil wieder gezischt: „Rechner neu starten!“ Und immer wieder. Darf das so sein? – „Neiiiiin!“ – Genau. Auch das Starten im Kasper-sicheren Modus ging nicht, und sogar den Weg zur Wiederherstellungs-Ecke des Löwen hat das böse Kaspersky-Krokodil versperrt.

 Das böse alte Kaspersky-Krokodil frisst Löwen auf.
Bildquelle: Salah Eddine Ait Mokhtar/ wikipedia.org

Der Löwe war so fest im Maul des Krokodils, dass er sich so wenig bewegen konnte wie ein Ziegelstein. Wisst ihr, wie die amerikanischen Kasper dazu sagen? Er war… – „Bricked!“ – Richtig. Und so ist das Kasperle zum Gravis-Lädchen gelaufen, wo ein netter Polizist eine neue Löwen-Wiederherstellungs-Ecke eingerichtet hat, sogar ohne die zehn Taler zu verlangen, die das sonst kostet.

Und dann musste sich das Kasperle den Löwen neu aus dem Internet holen, weil nämlich der Ober-Kasper beim Äppel bestimmt hat, dass man seine Löwen nur noch im Äppel-Geschäft im Internet kaufen darf. Das hat dann eineinhalb Stunden gedauert, bis der Löwe den langen Weg aus dem Internet heim aufs KasperBook gefunden hat. „Da bist du ja endlich!“, hat das Kasperle gerufen, und hat dann geschimpft: „Du bist ja ein rechter Zirkuslöwe! Weniger Zirkus habe ich nämlich damals mit meinen sieben Fenstern auch nicht gehabt.“ Stimmt das? – „Jaaaa!“ – Genau. Und dann hat das Kasperle seine Rute genommen und zack! und zack! und zack! so lange auf das böse Kaspersky-Krokodil eingedroschen, bis es nicht mehr grün war, sondern ganz grün und blau. Nie wieder hat das Kasperle das Kaspersky-Krokodil in die Nähe seines Löwen gelassen.

Und die Moral von der Geschicht‘:
Installier‘ Kaspersky nicht!

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Nach Diktat vergreist: Von Diktatoren und Drachentötern

Menschen, die Gebrauchsgegenstände mit Namen belegen, waren mir schon immer ein wenig suspekt. Irgendwie wollte es mir nie einleuchten, warum jemand seinen VW Käfer „Herbie“ nennen sollte oder seine Waschmaschine „Clementine“. Solch Mitbürger schienen mir stets in einer Art Traumwelt zu leben, wie etwa der kleine Calvin, der in der Cartoon-Serie „Calvin & Hobbes“ seinen Plüschtiger mit unbändiger Fantasie zum Eigenleben als scharfkrallig philosophierendes Alter Ego erweckt hat.

Doch offenbar ist es ein Naturbedürfnis des Menschen, Dinge mit Namen zu belegen. Nicht nur nennen IT-Administratoren ihre Server „HAL“ (ausgerechnet!), „Mittelerde“ oder „Deep Throat“. Vielmehr blicken wir zurück auf eine Weltgeschichte voller Abenteurer und Eroberer, die um die halbe Welt reisten, um neue Länder und gar Kontinente mit Namen versehen zu können – auch wenn die Weltreisenden häufig bei nur moderat originellen Bezeichnungen wie New York, New England oder gar New Brunswick – Englisch für „Neu-Braunschweig“ – landeten.

Und so habe nun auch ich mich diesem menschlichen Grundbedürfnis hingegeben und meine neue Diktiersoftware Nuance Dragon Dictate mit einem Kosenamen belegt: Meine Diktiersoftware nenne ich liebevoll „Grisu“. Denn Grisu, der kleine Drache, war – die Älteren, aber jung Gebliebenen werden sich vielleicht erinnern – in den 1970er-Jahren der Held der gleichnamigen Zeichentrickfilmserie. Immer wieder äußerte der kleine grüne Drache mit Inbrunst seinen Lebenstraum: „Ich werde Feuerwehrmann!“ Doch leider kam ihm trotz allen Engagements bei der Ausübung seines Wunschberufs immer wieder in die Quere, dass er im Zustand großer Erregung stets Feuer spie.

Nicht unähnlich verhält sich mein kleiner Diktierdrache: Anfänglich war ich sehr beeindruckt, wie viele Wörter, Sätze und Redewendungen das brave Tier nach wenigen Trainingsminuten auf Anhieb versteht. Während Diktiersoftware sich vor einigen Jahren noch eher wie der Drache Jabberwocky aus dem gleichnamigen Terry-Gilliam-Film verhielt und damit selbst im friedfertigsten Anwender den Drachentöter weckte, gleicht mein Grisu eher einem gutmütigen, arbeitswilligen, aber letztlich doch immer um die entscheidende Nuance zu tapsigen Haustier: Eifrig apportiert es Wörter und Satzzeichen, die man ihm per Headset zuwirft, um dann aber letztlich doch immer wieder den Sinn des Satzes mit drachenhaftem Übereifer abzufackeln.

Und so habe mich schnell damit abgefunden, mit Grisu einen hilfsbereiten kleinen Apportierdrachen zu besitzen, der mir manche Arbeit abnimmt, aber mitunter den einen oder anderen Brandschaden hinterlässt, der manuelles Feuerlöschen erfordert. Zum großen Drachentöter werde ich damit sicher ebenso wenig wie zum „großen Diktator“.

Apropos „Der große Diktator“: Diesen genialen Charlie-Chaplin-Film sollte ich mir auch mal wieder ansehen – wenn Gromit mich lässt. Denn Sie müssen wissen: Gromit ist mein DVD-Player, und der hat manchmal auch seinen eigenen Kopf…