Neuer IT-Hype: Kernspaltung

„Der Trend geht zur Zweitfirma“, dachte sich HP-Chefin Meg Whitman und verkündete die Aufspaltung von HP in zwei Unternehmen. Wenige Tage später folgte Security-Anbieter Symantec dieser Entwicklung. Wer kommt als nächstes? Eine Prognose.

Laut Presseverlautbarung vom 6.10.2014 will sich HP in zwei „branchenführende öffentliche Unternehmen“ teilen: in den Unternehmens-IT-Ausrüster namens Hewlett-Packard und einen Anbieter von diesem ganzen Consumer-Krempel namens Hewlett-Compaqard. (Oder so ähnlich – Note to Self: bei Gelegenheit nochmal nachgucken!)

Wie die beiden Buchstaben des HP-Logos schon lange anzudeuten schienen, streben die HP-Geschäftsbereiche in entgegengesetzte Richtungen.

Wie die beiden Buchstaben des HP-Logos schon lange anzudeuten schienen, streben die HP-Geschäftsbereiche in entgegengesetzte Richtungen.

Damit hat Branchengröße HP offenbar einen Trend angestoßen: Nur drei Tage später meldete mit Symantec ein führender Anbieter von Sicherheitslösungen, sich ebenfalls in zwei separate Firmen aufteilen zu wollen: eine für Security-Software, die andere für Information-Management. Zwar ist der Name „Symantec“ alles andere als ein Synonym für Information-Management, doch CEO Michael A. Brown betonte: „Wenn ein neuer Hype aufpoppt, dann muss Symantec mit dabei sein. Und da wir nur Security können, musste halt ein neues Thema her. Da ist uns auf die Schnelle nichts Besseres eingefallen als Information-Management.“ Informationen könne man schließlich immer brauchen, und Management auch.

Nun wird in der Branche wild spekuliert, welches Unternehmen wohl als nächstes in zwei Teile zerfallen wird. Hier eine Prognose:

Im November meldet IBM – trotz seiner enormen Größe immer am Puls der Zeit – seine geplante Zweiteilung: Unter dem Namen „Watson, Inc.“ werde der Geschäftsbereich rund um Big Data und Künstliche Intelligenz eigenständig. Das zweite Unternehmen werde sämtlichen übrigen Geschäfte fortführen. Der Name stehe noch nicht fest, laut Buchmachern die besten Chancen hat „Sherlock, Inc.“.

Im Dezember verkündet der neue CEO Satya Nadella die Teilung von Microsoft: Unter dem bekannten Namen Microsoft werde man weiterhin die bewährten Cash-cows der Unternehmenswelt vertreiben, darunter Windows, Office, Exchange, SQL Server, das Active Directory und das Cloud-Lösungsportfolio; das Zweitunternehmen Microhard werde sich bemühen, endlich dem Consumer-Trendsetter Apple Paroli zu bieten. Auf die Frage, mit welchen Produkten, antwortete Nadella: „Da haben wir noch keine konkreten Pläne. Vielleicht irgendwas mit Uhren.“

Ebenfalls im Dezember und damit gerade noch rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft meldet der Elektronikkonzern LG seine Aufspaltung in die beiden Konzerne „L“ und „G“. Beide Firmen werden laut Konzernankündigung ein identisches Portfolio anbieten und behaupten, viel besser und günstiger zu sein als der jeweils andere, aber vor allem cooler als Samsung und Apple.

Ein Paukenschlag: Anfang Januar 2015 gibt Google bekannt, sich ebenfalls in zwei Konzerne zu unterteilen. Unter dem bestehenden Namen werde man weiterhin die Suchmaschine und die zahlreichen Cloud-Services von Gmail über Google Maps bis zu den Unternehmensangeboten betreiben. Das Zweitunternehmen werde versuchen, die aus diversen Zukäufen der letzten Zeit angesammelte Robotertechnik unter dem Betriebssystem Android zusammenzuführen. Laut Aussagen von CEO Larry Page soll dieses Unternehmen „SkyNet“ heißen, und nein, Kampfroboter mit einem notorisch unsicheren Smartphone-Betriebssystem halte er nicht für ein Risiko.

Auf einem großen Presse-Event im Februar lüftet Apple den Mantel um das, was unter Apple-Beobachtern schon seit Monaten gemunkelt wurde: eine Zweiteilung – aber eine revolutionäre, nie dagewesene und völlig innovative Zweiteilung. „Apple, Inc.“ werde, wie gehabt, die bekannte Marke mit Hardware, Software und Services fortführen. Ausgegliedert werde unter dem Namen „The Holy Church of St. Steve“ lediglich die quasireligiöse Apple-Verehrung. Das „Holy Book of Jobs“ werde den Apple-Jüngern künftig in allen Lebenslagen Antwort geben auf die Frage: „Was würde Steve Jobs davon halten?“ Höhepunkt des religiösen Lebens sei der alljährliche „Tanz ums Goldene iPhone“.

Im März gibt Hewlett-Packard-Chefin Meg Whitman dann allerdings überraschend bekannt, die Aufspaltung sei ein Fehler gewesen, man werde wieder auf das vertraute Motto „Je größer, desto besser“ setzen und die beiden HP-Spinoffs erneut fusionieren. Alle anderen IT-Anbieter ziehen in den folgenden Wochen stillschweigend nach. Genauer: alle bis auf Apple. Denn in Cupertino hat man erkannt, dass die Anerkennung als Religion weltweit eine Vielzahl von Steuerschlupflöchern eröffnet. Auf diese Steuervorteile könne man unmöglich verzichten, so CEO Tim Cook, denn: „Was würde Steve Jobs davon halten!?“

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