Bring Your Own iPhone = Bring Your Own Security

Mit dem üblichen Getöse und dem ebenso traditionellen begleitenden Presse-, Blogger- und Fanboi-Rummel hat Apple jüngst das iPhone 5 vorgestellt. Überraschendes gab es diesmal kaum – bei einer derart von Analysten und Papparazzi belagerten Marke wie Apple ist es eben schwierig, jene hermetische Abgeschlossenheit zu wahren, die einst Steve Jobs selig seinem Konzern verordnet hatte.

Die fünfte iPhone-Generation bietet im Wesentlichen die Neuerungen, über die das Heer der Apple-zentrischen Marktbeobachter spekuliert hatte: ein etwas größeres Gehäuse, die Rückseite wieder aus Alu statt aus Glas, Unterstützung für den Highspeed-Mobilfunkstandard LTE, zudem ein neues Connector-Kabel. Es handelt sich also schlicht um ein inkrementelles Update zu einem ausgereiften Produkt. Und so maulten die einen, aus dem iPhone sei die Luft raus, andere verwiesen auf das Vorgängermodell 4S – auch dieses lediglich ein inkrementelles Update, das sich aber millionenfach verkaufte – und prophezeiten einen erneuten Kaufrausch. Wie ein Analyst aus dem Hause J.P. Morgan errechnete, soll sich das Gerätchen „made in China“ sogar als Plus von 0,25 bis 0,5 Prozent im US-Wirtschaftswachstum niederschlagen. Armes Amerika.

In den dunklen Kellern zahlreicher Unternehmen sitzen nun IT-Administratoren in ihren Benutzerschutzbunkern und sehen mit Grausen den nächsten Tsunami auf sich zurollen, bestehend aus noch mehr Apple-Jüngern, die ihre noch neueren, noch schickeren Gadgets auch im Unternehmensalltag zu nutzen wünschen. Oder aber fordern, statt der guten alten Blackberrys doch bitte ein iPhone 5 gestellt zu bekommen.

Viel wichtiger als die so heftig diskutierten neuen Hardware-Features ist für den IT-Profi deshalb eines: Apple hat nach anfänglichen Problemen die Security-Architektur seines Smartphones im Griff, wie der Autor Simson Garfinkel im MIT Technology Review bestätigte, ja sogar beklagte: Die Geräte seien inzwischen selbst für Staatsorgane nur mit hohem Aufwand zu knacken – zumindest, wenn die verwendete PIN nicht vier-, sondern neun- oder besser noch zehnstellig ist. Security-Experte Bruce Schneier meldete zwar in seinem Cryptogram-Newsletter Zweifel an: Wirklicher Datenschutz sei Staatsorganen gegenüber nur sehr schwer zu erzielen, und welcher Anwender wähle schon freiwillig eine zehnstellige PIN? Doch auch Schneier begrüßt natürlich die Fortschritte auf dem Feld der Gadget-Sicherheit durch Festplattenverschlüsselung und Sandboxing der Apps.

Der Administrator sollte den Fanbois und -girls unter seinen Endanwendern deshalb raten: Vergesst die ach so schicke neue Panoramabildfunktion, denkt euch lieber erst mal vernünftige PINs aus! Und die User so: „Panoramabilder? Echt…? Wie geil ist das denn!“

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