Tweet it! Michael Jackson im Twitter-Krieg

Endlich ist sie geklärt, jene Frage, die so lange einsam und verlassen und unbeantwortet im Raum stand: Wie hätte es wohl ausgesehen, wenn Michael Jackson selig seinerzeit mal ein Video über Twitter gedreht hätte? Die heiß erwartete Antwort verdanken wir dem “Pantless-Knights”-Musikvideo “Tweet it!” auf YouTube, erstellt als Werbegag für die Videoproduktionsfirma Seedwell. Es ist nicht nur die gelungenste Variation über ein Michael-Jackson-Thema seit “Eat it!” mit einem sehr korpulenten Weird Al Yankovic in der Hauptrollle – nein, “Tweet it!” ist vielmehr auch pädagogisch wertvoll.

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So lernen wir hier zum Beispiel, dass die Steve Jobs’sche Jüngerschar mit der Einführung des neuesten Kultobjekts von Apple in zwei feindliche Sekten zerfallen ist: einerseits wahnsinnig wichtige Yuppie-Manager mit iPad unter’m Arm, andererseits die hauptberuflich wahnsinnig Wichtigen mit iPhone in der Hand.

Auch über Verhalten, Krisen und Habitat der beiden verfeindeten Lager, die im Video knallhart auf einen Gadget-induzierten “Gang War” zusteuern, erfährt man hier anthropologisch Interessantes: In beiden Lagern twittert man oft und gerne, wie den immer wieder im Video aufpoppenden Tweet-Bubbles zu entnehmen ist. In einem der Lager findet man allerdings Hinweise, dass man mit Empfangsproblemen zu kämpfen hat (”Why do I keep dropping calls?”).

Ebenso lehrreich ist der Liedtext. Hier hören wir zum Beispiel von den Tücken der Content-Darstellung:

“Remember some devices do not support flash,
so tweet it, while you’re clearing your cache.”

Hier erfahren wir auch, dass sich das Medium Twitter dank der Kürze seiner Nachrichten von maximal 140 Zeichen sogar für Kinder mit ADS eignet (im Amerikanischen “Attention Deficit Disorder” genannt):

“Tweet it! Tweet it!
Kids with ADD can read it!”

Geradezu schockierend wird für manchen Außenstehenden die Erkenntnis sein, dass auf Twitter beim Bemühen, aktuelles Gedankengut (”Gedankengut” bisweilen im weiteren Sinne) möglichst zügig zu Papier (bzw. zu Smartphone-Tastatur) zu bringen, mitunter die Orthografie leidet, ohne dass die twitternde Benutzerschaft daran Anstoß nimmt:

“Show ‘em, they’re hungry for your insight,
it doesn’t matter if you can’t write.”

Fazit: Dieses aufschlussreiche Musikfilmchen ist ein Höhepunkt westlichen Popkulturschaffens. Deshalb nun erstens: “Tweet it!”

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… und dann aber ganz schnell zweitens: Tweet it!

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