Social Media für die Personalsuche nutzen

Der Einsatz von Social Media hat in den Unternehmen schon große Verbreitung gefunden – mal auf “Eigeninitiative” von Mitarbeitern (so neben der Arbeit her und zum Schrecken besorgter Vorgesetzter und Datenschützer), mal gewollt und gezielt als weiterer Baustein für den Informationsaustausch im Unternehmen oder die Kommunikation mit Kunden und Partnern.

Social-Media-Plattformen wie Facebook und Twitter werden dabei in aller Regel unter Gesichtspunkten des Marketings und der PR wahrgenommen. Dabei gibt es allerdings noch eine ganze Reihe weiterer denkbarer Einsatzfälle: Diese reichen vom Support via Twitter über Mitgestaltung der Kunden am Produktdesign per Social-Software-Plattform bis hin zur Personalsuche auf Facebook oder Business-orientierten Social Networks wie Xing oder Linkedin.

Ein Best-Practice-Beispiel für Personal-Management und Recruiting via Social Network liefert IBM. Das überrascht nicht wirklich – IBM ist in Social-Media-Belangen in mancherlei Hinsicht Vorreiter, was hier schon mehrmals Thema war.

Auf der letzten CeBIT hatte ich (obschon ich erst jetzt Zeit finde, das mal aufzubereiten), ein nettes Gespräch mit IBM-Vertretern zu diesem Thema. Wie ich erfahren habe, unterhält IBM auf Xing unter dem Namen “Greater IBM Connection in Germany” eine eigene Gruppe speziell und ausschließlich für ehemalige IBM-Mitarbeiter (im Lateinischen wie auch im Englischen “Alumni” genannt), also zum Beispiel frühere Werksstudenten sowie Mitarbeiter, die das Unternehmen verlassen haben, oder auch IBMer im Ruhestand).

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Interessant sind die beachtlichen Zahlen: Im Frühjahr hatte die Gruppe 9.207 Mitglieder und es gab knapp 800 veröffentlichte Artikel – also weit mehr, als manch andere Xing-Gruppe vorzuweisen hat. Neben der Xing-Gruppe nutzt IBM für den Kontakt mit Ehemaligen auch weitere Social-Plattformen: einen Greater IBM Twitter-Account, einen YouTube-Kanal, Flickr-Bildergalerien sowie einen englischsprachigen Blog.

In einem Blog-Beitrag beschreibt Mitarbeiter Christian Koester die Zielsetzung der Greater IBM Connecntion: “Unsere Vision ist eine Community, die Menschen mit den unterschiedlichsten Potenzialen und Erfahrungen in einem innovativen Dialog verbindet. Unsere Mission ist es, eine Plattform für frühere und aktuelle IMBer zu schaffen, die aktives Networking mit exklusiven Inhalten verknüpft.”

Im Vorfeld hat IBM die Motivation ehemaliger Mitarbeiter, einem Alumni-Netzwerk beizutreten, in Form einer Studie untersucht: “Die wichtigsten Gründe für einen Beitritt waren demnach die Erweiterung des persönlichen Netzwerks, die Kontaktpflege zu ehemaligen Kollegen sowie die Versorgung mit aktuellen und exklusiven Infomationen zur IBM”, so Koester im Blog. Die Greater IBM Connection biete deshalb exklusive, redaktionell aufbereitete Inhalte zu IBM und zur IT-Branche insgesamt sowie zu den Community-internen Aktivitäten. Zudem gebe es moderierte Foren und ein Karriere-Center.

Dieses Vorgehen ist ein Beispiel für eine sehr intelligente Nutzung der Möglichkeiten von Xing, Twitter und Co. Denn für ein Unternehmen, das im weltweiten Wettbewerb auf hochqualifiziertes Fachpersonal angewiesen ist, ist ein aktives Alumni-Netzwerk sehr nützlich, um Kontakte zu ehemaligen Kollegen zu erhalten und zu pflegen.

Intelligente Social-Network-Nutzung kann einem Unternehmen im Idealfall die Investition in einen Headhunter ersparen – zumindest, wenn es, wie IBM, in Sachen Social Media über die reine Produktvermarktung hinausdenkt.

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