Facebook nutzen trotz Datenschutz-Bedenken

Viele Manager, IT-Leiter und Datenschützer haben starke Vorbehalte gegen Social Networks – und insbesondere Facebook gibt sich seit geraumer Zeit größte Mühe, diese Vorbehalte möglichst zu verstärken: Nicht nur ist nun sogar bei den in puncto Datenschutz oft unbedarften Facebook-Nutzern eine heftige Debatte über die Auswertung und Weitergabe der Anwenderdaten entstanden; begleitet war dies zudem von mehreren Sicherheitspannen des führenden Social Networks. Man konnte deshalb neuerdings vielerorts Tipps lesen, wie man den Datenschutz seines Facebook-Accounts verbessert, und kürzlich sah sich der Facebook-Chef Mark Zuckerberg angesichts heftiger Kritik sogar gezwungen, leichter verwendbare Privacy-Settings zu versprechen – ohne allerdings die Kritiker wirklich zu überzeugen (siehe zum Beispiel hier).

Dennoch ist Facebook derzeit nicht auf dem absteigenden Ast: Obwohl es Bewegungen gab und gibt, um Sammelaustritte aus Facebook anzuregen, ist die Zahl der Facebook-Benutzer trotz aller Debatten und Aktionen gestiegen. Zwischenbilanz: „Ich bin nicht auf Facebook“ ist das neue „Ich schaue kein Unterschichtenfernsehen“ – sprich: Es ist (derzeit) nicht mehrheitsfähig.

Auch manch ein Unternehmen hat sich inzwischen in puncto Social Networks und Social Media engagiert – sei es für das Marketing, die PR, die Personalsuche, das Wissens-Management oder die Kontaktpflege mit Zulieferern. Sind die Weichen einmal in Richtung Social Media gestellt, kann man sich natürlich nicht so einfach wieder verabschieden. Und den Mitarbeitern die private Nutzung von Social Networks pauschal zu untersagen, wäre für viele Verantwortliche nur schwer umsetzbar.

Hinzu kommt, dass es zahlreiche Social Networks gibt, die weit weniger umstritten sind als Facebook, aber je nach Einsatzzweck mindestens ebenso nützlich, zum Beispiel Slideshare, Posterous oder das Infonetzwerk Twitter – das bei den abkürzungsfreudigen Amerikanern sicher „Social Information Network“ hieße, wäre das Akronym dazu nicht „SIN“, als „Sünde“…  ;-)

Nein, trotz aller Patzer und der eklatanten, vorsätzlichen Unübersichtlichkeit der Datenschutzeinstellungen auf Facebook ist der Rückzug aus Social Networks für das Gros der Unternehmen und Privatpersonen sicher nicht die optimale Lösung. Es gilt vielmehr, sich der Risiken bewusst zu sein – und dies auch bei der täglichen Nutzung immer im Hinterkopf zu behalten. Social Networks leben letztlich von „Social Intelligence“, also der Sammlung und Vermarktung der Angaben und Verhaltensmuster der Benutzerschaft. Ist man sich dessen einmal bewusst, kann man sein Social-Networking-Verhalten danach ausrichten.

Um es Unternehmen zu erleichtern, den Blick ihrer Mitarbeiter für die Tücken und Untiefen der Social-Media-Nutzung zu schärfen, haben der LANline-Cartoonist Wolfgang Traub und ich im Rahmen unseres Projekts „Communitainment, Inc“ bereits im März eine kleine, mit Cartoons bebilderte PowerPoint-Slideshow auf Slideshare in einer Version 0.9 veröffentlicht. Sie versammelt zwölf Tipps für die Social-Media-Nutzung und wurde auf Slideshare schon über 380-mal angesehen. Seitdem haben wir fleißig Feedback gesammelt – vielen Dank an dieser Stelle an alle Kommentatoren.

Jetzt ist die Slideshow „12 Social Media Tipps“ in Version 1.0 online. Wir haben vier Bilder gegen besser passende ausgetauscht und auch den Text an mancher Stelle prägnanter gefasst.

12tipps.png

Unternehmen, die ihre Mitarbeiter auf unterhaltsame Weise für den verantwortungsbewussten Umgang mit Social Media sensibilisieren wollen, können ihre Kollegen auf folgenden registrierungsfrei zugänglichen Link verweisen:

http://www.slideshare.net/WilhelmGreiner/12-social-media-tipps

Wir freuen uns auch weiterhin auf konstruktive Kritik. Denn auch eine Version 1.0 ist nicht die „endgültige Fassung“, ist doch im Social-Media-Umfeld nichts jemals wirklich endgültig. In diesem Sinne: Viel Spaß mit der Präsentation – und dann: Augen auf bei der Nutzung von Facebook und Co.!

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