Warum Twitter das beste Social Network ist

Meine Social-Networking-Aktivitäten verteilen sich auf diverse Sites, aber echte Begeisterung kommt bei mir nur für einen Dienst auf: für Twitter. Da frage ich mich natürlich als kritischer, ja investigativer Journalist: Woran liegt das?

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Als LANline-Redakteur bin ich berufsmäßig, aber außerdem hobby- und generell neugierbedingt auf diversen Social-Networking- und Social-Media-Sites zugange: Natürlich auf meinem Blog metaphorous.com (wenn auch nur mit einer neuen Glosse pro Woche), auf Xing, Linkedin, Facebook, Posterous (nützlich als Aggregator-Site), SlideShare (nützlich für, wer hätt’s gedacht, das Sharing von Slides), Greenaction (Social Network von Greenpeace, daher thematisch stark eingeschränkt) und eben Twitter. Mein Engagement auf diesen Seiten ist mal mehr, mal – OK: meistens – weniger intensiv, Letzteres vor allem dem Umstand geschuldet, dass der Tag leider nur 24 Stunden hat – wenn wir vom Tag der Umstellung von der Sommer- auf die Winterzeit als sprichwörtliche die Regel bestätigende Ausnahme mal absehen.

Wieso also nehme ich mir mehrmals täglich Zeit für Twitter? Erstens liegt das sicher daran, dass zahlreiche IT-Unternehmen inzwischen auf Twitter aktiv sind – vor allem für PR und Marketing – und das Twitter-Netzwerk für die Ankündigung von Pressemitteilungen, Webinaren, White Papers etc. nutzen – eine Art Reuters-Ticker, nur eben als Tweet-Feed. Für die einen ist das Zweckentfremdung, für mich ist es praktisch – aber praktisch für den Journalistenalltag sind schließlich viele Social Networks. Daran allein liegt’s also nicht.

Hinzu kommt, das die Tweets aufgrund der Twitter-”Spielregeln” mit ihren maximal 140 Zeichen – meist weniger, um schnelle Retweets zu ermöglichen – immer angenehm kurz sind. Selbst wenn man die Personen und PR-Teams, denen man folgt, sorgfältig auswählt, gibt es bei Twitter immer einen hohen Pegel an “Grundrauschen” (also Tweets, die mich im Augenblick so überhaupt nicht interessieren) – aber man ist wenigstens schnell drüber weggescrollt. “In der Kürze liegt die Würze”, wie der Volksmund sagt (und, da nur 28 Zeichen lang, auch sehr gut tweeten könnte). Denn damit ist der Info-Kompressionsdienst Twitter immer mal wieder gut für eine Anregung zwischendurch, mal kurz reinschauen, ein bisschen scrollen, und schon hat man wieder etwas Interessantes, Amüsantes, mitunter sogar Nützliches gefunden.

Aber selbst das erklärt den hohen Twitter-macht-süchtig-Koeffizienten nicht. Ich glaube, es liegt an der spielerischen Komponente von Twitter (die der Dienst Foursquare mit seinen vielen Badges, die man erwerben kann, noch viel weiter treibt): Twitter macht Spaß, weil es den Benutzer spielerisch dazu verleitet, Informationen oder zumindest Informationshäppchen, gerne auch mit Links zu weiteren Quellen, mit anderen zu teilen.

Nicht nur das 140-Zeichen-Limit weckt den Spieltrieb (Kann ich das, was ich sagen will, nochmal um 13 Zeichen kürzer formulieren? Das muss doch irgendwie gehen!). Vielmehr muss man zumindest die paar Twitter-üblichen Kürzel und Mechanismen (RT für Retweet, @ für das Markieren eines Benutzernamens, Direct Messages etc.) ebenso kennen wie die Grundregeln der Twitter-Etiquette. Und zudem haben sich ein paar nette Rituale eingebürgert wie der Follow Friday (#ff). Das alles hat etwas von Insider-Mechanismen, “the secret handshake”, ich bin drin und du bist draußen – so funktionieren kurzfristige Modeerscheinungen, aber eben auch soziale Gruppen und damit auch erfolgreiche Social Networks.

Twitter ist im Vergleich zu anderen Social Networks minimalistisch, äußerst reduziert – aber dennoch Community-gerecht und unterhaltsam: Communitainment, dem man sogar vom Handy aus frönen kann. Informationsaustausch, der anregend wirkt und den Spieltrieb weckt – was könnte es Besseres geben?

OK, das war’s. Muss jetzt wieder nach meinem Twitter-Feed schauen. ;-)

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